Dolf Bissinger
Vita

Dolf Bissinger ist in Mexiko aufgewachsen, später in Deutschland zur Schule gegangen, hat in den sechziger Jahren in Berlin Architektur und Jahre später in Bremen freie Kunst studiert. Er hat 15 Jahre als Stadtplaner gearbeitet. Seit 1990 ist er freischaffender Künstler und befasst sich vor allem mit Malerei, aber auch mit stadträumlichen Kunstprojekten. Er hat im In- und Ausland ausgestellt, und seine Werke befinden sich in zahlreichen Sammlungen.

Dolf Bissinger kommt von der Farbfeldmalerei und ihrer gegenstandslosen Welt. Von der Beschäftigung mit der Farbe als in vielen sich überlagernden Schichten aufgebauter Farbraum. Ein Prozess des Durchschei-nens und Verdeckens. In seinen früheren Bildern, ist das Verbergen eines Teils der jeweils darunter liegen-den Farbschicht Bestandteil des Malprozesses. Ein jeweils anderer Zustand von Sichtbarem und Verborgenem bestimmt jede Schicht. Beendet werden diese Schichtungen, wenn sich ein Gleichgewicht einstellt.

In den neueren Arbeiten wird zunehmend das „Zeigen und Verbergen“ selbst zum malerischen Gegenstand. Es werden in Collage, Zeichnung und Malerei Formen und Strategien gesucht, die das ermöglichen. Durch Ü-bermalen, Überdecken, Überlagern wird das Sichtbare ganz oder teilweise verborgen. Die sichtbare Welt verschwindet hinter Farbschleiern, Übermalungen, Pigment- oder Grafitschichten so, dass zur Betrachtung vor-wiegend das Verbergende bleibt. Dennoch bleibt etwas, oder es wird Neues sichtbar. Die Arbeiten sind Pro-tokolle dieses Prozesses. Was sichtbar ist, bleibt ambivalent. Ambivalenz zwischen Sichtbarem und Un-sichtbarem, Bedeckendem und Bedecktem, Zugewandtem und Abgewandtem, zwischen Aussage und Rätsel, lichter und dunkler Seite. Ein Zustand zwischen Gegenstand und Abstraktion.
Grau mit Vorhang,
2007, Acryl auf Leinwand,
drei zweiteilige Tafeln, je 100 x 80 cm